Lippen Piercing

  • Das Lippenpiercing (Labret Piercing) ist meist unter der Unterlippe, zentral, genau in der Mitte zu sehen.
  • Das Labret Stud Piercing läßt sich jedoch an verschiedenen Stellen um den Lippenbereich einsetzen, die bevorzugt gewählte Stelle jedoch ist der Mittelpunkt unterhalb der Lippe. Weitere Plazierungsmöglichkeiten sind die seitlichen Bereiche. Siehe auch Medusa-Piercing.
  • Das Labret ist eine Abwandlung der Holzpflöcke und Tellerlippen, die von einigen Naturvölkern als Schmuck getragen wurden. Viele dieser Körperverzierungen definieren die gesellschaftliche Position innerhalb eines Stammes wie beispielsweise bei den Eskimos. Bei Frauen galten die Verzierungen auch als Mittel zur Verschönerung und wurden sehr geschätzt.
  • Eine weitere Variante stellt der Ring als Schmuckeinsatz in der Lippe dar. Dieser sitzt jedoch nicht direkt auf der Haut, wie es bei dem Stecker der Fall ist, was sich nachteilig auf den Tragekomfort auswirken kann. So erweist sich dieses Piercing als nicht
    sehr alltagstauglich: Man kann damit an Gegenständen hängenbleiben, außerdem stört es beim Essen - oder Küssen.
  • Manchmal sieht man von einem Lippenpiercing nur eine Kugel oder eine Spitze (Spike). In diesem Fall wird ein Labret Stud verwendet: Ein gerader kurzer Stab mit einer kleinen runden Platte (innen) und vorne (aussen) ein Gewinde auf das sich eine Kugel oder eine Spitze o.ä. aufschrauben lässt. Diese Variation bietet durch die abnehmbare Kugel die Möglichkeit, mit unterschiedlichen Aufsätzen, wie Spitzen, Spikes o.ä. das Aussehen zu verändern.
  • Nachdem Piercer und Kunde sich auf ein Schmuckstück geeinigt haben, wird die in Betracht zu ziehende Lippenpartie ausgewählt.
  • Dabei ist darauf zu achten, daß der Rand der unteren Zahnreihe nicht zu weit in den Lippenbereich hineinsteht. Diese anatomische Gegebenheit würde durch die Reibung zwischen Schmuck und Zahnpartie eine Rückbildung des Zahnfleisches zur Folge haben, was sogar zum Verlust der gefährdeten Zähne führen kann. In solch einem Fall ist dem Kunden dringend von diesem Piercing abzuraten.
  • Ist eine Stelle gefunden, wird diese mit einem Lokalanästhetikum eingerieben, welches eine kurze Einwirkzeit hat.
  • In dieser Zeitspanne wird die Außenhaut mit einem Desinfektionsmittel gereinigt.
  • Der Mundraum sollte nach der Einwirkzeit dann mit einem Mundwasser gespült werden, um die Reste des Betäubungsmittels und andere Verunreinigungen im inneren Bereich zu entfernen.
  • Die zum Einsatz benötigten Instrumente werden vorbereitet, wobei darauf zu achten ist, daß nur sterile Materialien mit der Haut in Kontakt treten.
  • Bei leicht geöffnetem Mund wird nun zuerst die zu durchstechende Lippenpartie mit der Zange fixiert und schließlich durch deren Öffnung durchgestochen. Dabei verspürt der Kunde einen leichten Schmerz, der aber nur von sehr kurzer Dauer ist.
  • Nach dem Entfernen der Nadel wird durch den verbleibenden Schlauch der Erst-Schmuck eingesetzt, welcher allerdings nur während der Abheilphase getragen wird.
  • Um Druckstellen an der Innenseite der anschwellenden Lippe zu vermeiden, wird ein Stecker mit ca. 1 bis 2 mm Überlänge eingesetzt. Das ist wichtig, denn zieht sich ein Stecker oder Ring erst einmal in die Schleimhäute hinein, kann das sehr schmerzhaft werden.
  • Nach dem Stechen schwillt dieses Piercing oft an, deshalb bitte einen ausreichend langen Stab am Anfang nutzen. Danach empfiehlt sich ein knappes Piercing um die Zähne zu schonen, die sonst zu oft in Kontakt mit dem Piercing kommen. Wichtig bei Labret Stad Piercingschmuck, dassalle Teile, die im Mund unsichtbar sind schön abgerundet sind. Auch gibt es inzwischen Labret Stud Piercingschmuck aus PTFE, das sehr zahnschonen ist, da sehr weich. Allerdings halten die Gewinde bei PTFE Piercings nicht ewig.
  • Die Pflege bildet den wichtigsten Bestandteil nach dem Einsetzen, da nur so eine optimale Abheilung gewährleistet wird. Auch sollte man in den ersten drei Stunden auf die geliebten Zigaretten verzichten, da sich Nikotin nachteilig auf die Wundheilung auswirkt.
  • Pflegehinweise: Als Pflegemittel eignet sich für die Außenhaut Betaisodona und für die Innenseite Pyralvex.
  • Vom Dauergebrauch von Mundwasser ist abzuraten, da diese die Mundflora zerstören kann. Mundspülungen mit Kamille und/oder Salbeitee wirken sich dagegen sehr positiv auf die Wundheilung der Schleimhäute aus.
  • Meist wird eine Materialstärke des Piercingsteckers von 1,6mm genutzt. Manchmal auch etwas dünner nur 1,2mm.
  • Längen gibt es von 6 bis zu 12 mm. Zwischen den Kugeln/Spitzen und Platte gemessen.
  • Für 1,6mm gibt es eine grössere Auswahl an Kombinationsmöglichkeiten. Oft wird einfach die Kugel abgeschraubt und ein anderes Accessoire draufgeschraubt und fertig ist die Verwandlung.
  • Es gibt für 1,6mm unzählige Möglichkeiten zu Kombination. Am beliebtesten bei diesem Piercing sind wohl Kugeln und Spitzen. Nach 4 Wochen sollte das Lippenpiercing abgeheilt sein. Von einer hundertprozentigen Wundheilung spricht man allerdings nach diesem Zeitraum noch nicht. Diese benötigt in der Regel einen Zeitraum von bis zu 3 Monaten.
  • Der Austausch des Ersteinsatzschmuckes kann allerdings schon nach ca. 2 Wochen vorgenommen werden, wenn der Lippenbereich abgeschwollen ist.

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